Die deutsche Nationalspielerin Bianca Schmidt © picture-alliance/Annegret Hilse Foto: Annegret Hilse

Abwehr

Bianca Schmidt: Das Multitalent

Bianca Schmidt war eine ausgezeichnete Leichtathletin und Schwimmerin. Doch sie entschied sich für den Fußball und damit richtig, wie ihre vielen Erfolge zeigen.

Ein Leben ohne Sport? Für Bianca Schmidt seit Kindesbeinen undenkbar. Die in Gera geborene Nationalspielerin war in ihrer Jugend eine erfolgreiche Läuferin, gewann über 800 und 2.000 Meter mehrere Titel bei den thüringischen Juniorenmeisterschaften und wurde 2002 deutsche Vizemeisterin im Crosslauf. Nebenbei probierte sie sich auch noch als Schwimmerin und Triathletin. Die größte Leidenschaft entwickelte Schmidt jedoch für den Fußball. Und da der Aufwand irgendwann zu groß und die Zeit knapp wurde, musste sie sich für eine Sportart entscheiden. "Fußball hat mich damals mehr gereizt. Ich war mit der U15-Nationalmannschaft unterwegs in Amerika. Da funkeln die Augen einer 15-Jährigen schon mal mehr. Und Fußball macht mehr Spaß, weil es eine Mannschaftssportart ist", erzählt die 25-Jährige im Gespräch mit "dfb.tv".

Über Potsdam nach Frankfurt - und zurück

Steckbrief Bianca Schmidt

Position: Abwehr
Trikotnummer: 2
Verein: 1. FFC Frankfurt (ab 1.7.2015 Turbine Potsdam)
geboren am: 23. 1. 1990 in Gera
Größe: 174 cm
Gewicht: 62 kg
Länderspiele: 50
Länderspieltore: 3
Länderspiel-Debüt: 25. Februar 2009 gegen China (1:1)
größte Erfolge im Nationalteam: Europameisterin 2013, U20-Weltmeisterin 2010

Schmidt, deren Mutter ebenfalls Fußballerin war, kam durch ihre Brüder Sebastian und Christian erstmals in Berührung mit dem Sport. Schnell wurde ihr großes Talent deutlich. Bei ihrem ersten Klub, dem TSV 1880 Gera-Zwötzen, spielte sie bis zur B-Jugend als einziges Mädchen in den Jungenmannschaften. Ihre durch die Leichtathletik bedingte Fitness und Schnelligkeit kam ihr dabei sehr zugute. "Am Anfang haben die mich schon komisch angeguckt. Aber wenn ich das erste Mal an denen vorbei war ...", erinnert sie sich. Ab 2004 genoss Schmidt die Förderung durch die Sportschule in Jena. In dieser Zeit trug sie noch das Trikot des 1. FC Gera 03. 2006 folgte dann der Sprung in die Bundesliga zu Turbine Potsdam. Bei den Brandenburgerinnen wurde die Stürmerin erfolgreich zur Außenverteidigerin umgeschult und war unverzichtbarer Teil einer Mannschaft, mit der sie vier Meisterschaften und den Gewinn der Champions League (2010) feierte. Seit 2012 lief Schmidt für den 1. FFC Frankfurt auf. Nach der WM wird sie nach Potsdam zurückkehren.

Erste Berufung ins Nationalteam mit 16

Bianca Schmidt (Archivfoto aus dem Jahr 2008) © imago/Ulmer/Teamfoto

Schmidt wurde 2010 mit der U20 Weltmeisterin.

Auch die Späher des DFB entdeckten früh Schmidts Talent. Im Mai 2005 debütierte sie für die U15. Ein Jahr später nominierte Bundestrainerin Silvia Neid die Thüringerin erstmals für die A-Nationalmannschaft. Schmidt war damals gerade 16 Jahre alt. "Ich kenne sie schon seit Längerem, sie ist eine Spielerin mit Perspektive, in der U17 ragt sie schon jetzt heraus", erklärte Neid. Eingesetzt wurde das Nachwuchstalent seinerzeit allerdings nicht. Erst im Februar 2009 lief sie erstmals für den Rekord-Europameister auf. Im selben Jahr feierte sie mit der DFB-Auswahl den EM-Sieg. Gleiches war ihr 2007 bereits mit der U19 gelungen. 2010 triumphierte Schmidt zudem mit der U20 bei der Heim-WM. 2013 war sie beim achten EM-Triumph in Schweden dabei. Es dürfte keine Frage sein, dass sich die 25-Jährige damals für den richtigen Sport entschieden hat.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 04.07.2015, 21.45 Uhr 

Stand: 04.07.15 22:30 Uhr