Die US-Amerikanerin Tobin Heath (l.) und die Spanierin Leila Ouahabi © imago images / PanoramiC

01:33 min | 24.06.2019 | Das Erste

Spanien - USA 1:2

Der dreimalige Weltmeister USA mühte sich gegen Spanien ins Viertelfinale. Nach einem heißen Start kühlte die Partie in Reims merklich ab. Dann fiel die Entscheidung vom Elfmeterpunkt.

Nachrichten

USA mühen sich gegen Spanien ins Viertelfinale

von Hanno Bode

Der große Favorit USA hat nur mit viel Mühe das Viertelfinale der WM in Frankreich erreicht. Gegen Spanien zeigte der Titelverteidiger seine bisher schwächste Turnierleistung, siegte am Montagabend (24.06.19) aber mit 2:1 (1:1).

Dass Spanien die "beste und auch zweitbeste Mannschaft der Welt" (US-Verteidigerin Ali Krieger nach dem 3:0-Sieg gegen Chile) vor ernsthafte Probleme stellen könnte, deutete sich bereits kurz nach dem Anpfiff an. Becky Sauerbrunn hatte eine Hereingabe in den Strafraum des dreimaligen Weltmeisters direkt vor die Füße von Patricia Guijarro geklärt, die so freie Schussbahn hatte. Nun gehört der Abschluss bekanntlich nicht zu den Stärken der Iberererinnen. Die 21-Jährige stellte es einmal mehr unter Beweis: Statt des Tores traf sie Sauerbrunn im Gesicht (1.). Vergeben war die große Chance zur Führung für den Außenseiter. Und als kurz danach Maria Leon die in der Anfangsphase sehr auffällige Tobin Heath im Strafraum zu Fall brachte und Schiedsrichterin Katalin Kulcsár auf den Elfmeterpunkt zeigte, schienen die Dinge ihren erwarteten Lauf zu nehmen - Megan Rapinoe verwandelte den Strafstoß ganz sicher (6.).

Hermoso egalisiert mit Traumtor

Dann aber brachte Sauerbrunn die Spanierinnen zurück ins Spiel. Die 34-Jährige konnte sich nach einem Pass ihrer Keeperin Alyssa Naeher, die sich ebenfalls reichlich Zeit beim Abspielen gelassen hatte, nicht vom Ball trennen. Die erfahrene Innenverteidigerin (162. Einsatz für die USA) schaute und schaute, wen sie denn am besten anspielen könnte, und plötzlich war diese Frage obsolet. Denn Lucia Garcia war herangerauscht, hatte Sauerbrunn den Ball vom Fuß gespitzelt und Jennifer Hermoso in Position gebracht, die nicht lange zögerte. Mit einem technisch formvollendeten Rechtsschuss in den Winkel glich die Angreiferin aus (9.). Nun wusste die "La Furia Roja" ("Rote Furie"), wie der Titelverteidiger am besten zu piesacken ist: durch frühes Anlaufen.

Und genau das tat die Elf von Coach Jorge Vilda auch im Anschluss. Weitere Hochkaräter hatte der Außenseiter bis zur Halbzeit zwar nicht. Doch durch das konsequente Pressing verhinderten die Europäerinnen, dass der Titelverteidiger in Spiellaune kam. Garniert wurde das kluge taktische Vorgehen noch mit dem einen oder anderen resoluten, aber nicht überhartem Einsteigen. Das Ganze bewegte sich aus spanischer Sicht irgendwo zwischen "Tiki-Taka" und "Hacka-Hacka". Effizient war es allemal, denn zur Halbzeit stand es überraschend 1:1.

Rapinoe sorgt vom Punkt für die Entscheidung

Die US-Amerikanerin Megan Rapinoe (l.) bejubelt einen Treffer mit Alex Morgan. © imago images / PanoramiC

Megan Rapinoe (l.) traf beim amerikanischen 2:1-Sieg doppelt.

Auch nach der Pause taten sich die Amerikanerinnen schwer, Chancen zu kreieren. Die Leichtigkeit aus der Gruppenphase, die sie mit neun Zählern und 18:0 Toren abgeschlossen hatten, war wie verflogen. Das Team der ziemlich skeptisch dreinblickenden Trainerin Jill Ellis hatte zwar nach wie vor mehr Ballbesitz, seinem Spiel mangelte es aber an Tiefe. Auch Spanien fand in der Vorwärtsbewegung nur wenige Lösungen, sodass nennenswerte Strafraumszenen Mangelware blieben. Dann aber kam die für den Außenseiter verhängnisvolle 72. Minute: Virginia Torrecilla wollte im eigenen 16-Meterraum den Ball klären, traf dabei jedoch zuerst Rose Lavelle und brachte diese zu Fall. Schiedsrichterin Kulcsár zeigte ein zweites Mal an diesem sonnigen Abend im Stade Auguste-Delaune zu Reims auf den Punkt. Und wieder lag die ungarische Unparteiische richtig, auch wenn sie sich noch einmal am Monitor die Szene anschaute.

Erneut übernahm Rapinoe Verantwortung, abermals war die 33-Jährige erfolgreich (75.). Das 2:1 war gleichbedeutend mit der Entscheidung. Denn Spanien vermochte es in der Schlussphase nicht mehr, das amerikanische Tor in Gefahr zu bringen. Während die "La Furia Roja" nun erhobenen Hauptes die Heimreise antreten kann, wartet auf die laut Krieger "beste und auch zweitbeste Mannschaft der Welt" am kommenden Freitag (28.06.19, 21.00 Uhr) im Viertelfinale Gastgeber Frankreich.

FIFA Frauen WM 2019
Spanien : USA

24.06.19 18:00 Uhr, Finalrunde

Spanien

Panos - Corredera, Paredes, Leon, Ouahabi - Losada (32. N. Garcia), Torrecilla (83. Caldentey), Guijarro - L. Garcia, Hermoso, Putellas (78. Falcon)

1

USA

Naeher - O´Hara, Dahlkemper, Sauerbrunn, Dunn - Lavelle (89. Horan), Ertz, Mewis - Heath, Morgan (85. Lloyd), Rapinoe (90.+7 Press)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 1:2 (1:1)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Reims

Zuschauer

Schiedsrichter

  • Katalin Kulcsár (Ungarn)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 24.06.2019 | 17:35 Uhr

Stand: 24.06.19 19:57 Uhr