Spaniens Jennifer Hermoso (l.) und Chinas Lin Yuping © imago images / Agencia EFE

01:30 min | 17.06.2019 | Das Erste

China - Spanien 0:0

Das Unentschieden half beiden Mannschaften ins Achtelfinale. Spanien war dominant, scheiterte jedoch immer wieder an Chinas Torhüterin Peng. Ein Knaller war die Partie aber nicht.

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Spanien und China folgen DFB-Team ins Achtelfinale

von Hanno Bode

Die deutschen Gruppengegner Spanien und China stehen ebenfalls im WM-Achtelfinale. Beiden Teams genügte im direkten Duell ein Remis zum Weiterkommen. Für die Asiatinnen war das 0:0 aber glücklich.

Spanien war am Montagabend (17.06.19) im Stade Océane zu Le Havre die klar tonanangebende Mannschaft. Die Ibererinnen ließen den Ball wie schon in ihrem zweiten Gruppenspiel gegen Deutschland (0:1) schnell und flüssig durch die eigenen Reihen laufen. Duplizität der Ereignisse: Auch gegen die Asiatinnen konnte das Team von Trainer Jorge Vilda seine Überlegenheit in nichts Zählbares verwandeln. Sinnbildlich für die häufig ebenso schönen wie harmlosen Torannäherungsversuche der "La Furia Roja" ("Die rote Furie") war die zehnte Minute, als Jennifer Hermoso die Kugel zunächst perfekt annahm, sie dann aber nicht das Tor, sondern ihre Mannschaftskameradin Nahikari Garcia am Rücken traf. Kurz vor der Pause besaß Hermoso eine weitere gute Gelegenheit. Diesmal konnte die hochveranlagte Angreiferin einen Kopfball nicht gut genug platzieren - Keeperin Shimeng Peng parierte (39.).

"Stahlrosen" ohne Interesse an Kreativarbeit

Und China? Nun, um es vorsichtig auszudrücken, hielten sich die "Stahlrosen" im ersten Durchgang vornehm zurück. Übrigens auch in puncto unlauteres Einsteigen. Lediglich Shanshan Wang langte einmal kräftig gegen Patricia Guijarro hin (11.). Dass sie für ihre Grätsche von hinten nicht die Gelbe Karte von Schiedsrichterin Edina Alves Batista sah, war zumindest diskussionswürdig. Mit Ausnahme von Wangs rüder Attacke gab es an der Zweikampfführung der Chinesinnen nicht viel zu beanstanden. In ihren vorausgegangenen beiden Partien war die Equipe von Coach Xiuquan Jia aggressiver zu Werke gegangen. 31 Fouls hatten nach den Duellen mit Deutschland (0:1) und Südafrika (1:0) für sie zu Buche geschlagen. Fußballerisch war der Vize-Weltmeister von 1999 auch in diesen Begegnungen schon einiges schuldig geblieben. Gegen Spanien zeigten die Asiatinnen nun gar kein sichtbares Interesse mehr, an der Spielgestaltung aktiv mitzuwirken. Vor der Halbzeit schossen sie kein einziges Mal auf das spanische Gehäuse. Den Auftritt des Jia-Ensemble mit "destruktiv" zu titulieren, es wäre beinahe noch untertrieben.

Spanien im Angriff weiter ineffizient

In dem Wissen, dass ein Zähler genügt, um mit dann vier Punkten als einer der vier besten Gruppendritten weiterzukommen, scheute China auch nach dem Seitenwechsel das Risiko. Das war ein Spiel mit dem Feuer, denn "La Furia Roja" machte keine Anstalten, ebenfalls auf Ergebnissicherung zu spielen. Dabei hätte den Ibererinnen ein Remis ob der besseren Tordifferenz im Vergleich zu China gelangt, um den zweiten Platz zu sichern. Es spricht für diese hochinteressante und sehr begabte junge Mannschaft, dass sie munter weiter stürmte und zu weiteren Chancen kam. Hätte Coach Vilda noch eine Vollstreckerin in seinen Reihen, Spanien würde fraglos zum engeren Favoritenkreis gehören. Mit der bisher in Frankreich gezeigten Ineffizienz ist dies nicht der Fall. Oder wie hatte die Chinesin Rui Zhang noch vor der Partie mit Blick auf den Ballbesitzfußball Spaniens gesagt: "Egal, wieviele Statistiken du gewinnst, du gewinnst vielleicht nicht das Spiel." Recht hatte die 30-Jährige - zumindest an diesem Tag.

FIFA Frauen WM 2019
China : Spanien

17.06.19 18:00 Uhr, Spieltag 3 · Vorrunde, Gruppe B

China

Peng - Han, Wu, Lin, Shanshan Liu - Shuang Wang (55. Wen Li), Zhang, Yan Wang, Gu (87. Yao) - Shanshan Wang (46. Yang), Ying Li

0

Spanien

Panos - Corredera, Paredes, Leon, Ouahabi - L. Garcia (86. Jiménez), Guijarro, Torrecilla, Caldentey (46. Falcon) - Hermoso, N. Garcia (67. Putellas)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 0:0 (0:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Le Havre

Stadion

Zuschauer

Schiedsrichter

  • Edina Alves Batista (Brasilien)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 17.06.2019 | 18:00 Uhr

Stand: 17.06.19 19:56 Uhr