Deutschlands Sara Däbritz (M.) bejubelt einen Treffer. © imago images / Jan Huebner

01:44 min | 12.06.2019 | Das Erste

Deutschland -Spanien 1:0

Jubel und große Erleichterung bei den deutschen Spielerinnen: Gegen spielstarke Spanierinnen tat sich das DFB-Team zunächst sehr schwer, kämpfte sich aber in die Partie. Torschützin: Sara Däbritz.

Deutsches Team

DFB-Team nach zweitem Sieg dem Achtelfinale nah

von Hanno Bode

Deutschlands Fußballerinnen haben auch ihr zweites Gruppenspiel bei der WM in Frankreich mit 1:0 gewonnen. Nach dem Erfolg gegen Spanien steht die Tür zum Achtelfinale weit offen. Restlos überzeugen konnte das DFB-Team aber erneut nicht.

Es waren am Mittwochabend (12.06.19) gerade einmal ein paar Sekunden im Stade du Hainaut zu Valenciennes gespielt, da musste Almuth Schult bereits Kopf und Kragen riskieren. Sara Däbritz hatte den Ball kurz nach dem Anstoß uninspiriert in die spanische Hälfte geschossen, der Gegner schnell umgeschaltet und in die Schnittstelle der deutschen Verteidigung gepasst, sodass die Keeperin nun aus ihrem Gehäuse stürzen und vor zwei heranstürmenden Ibererinnen klären musste. Über mangelnde Beschäftigung konnte sich die Schlussfrau des Double-Siegers VfL Wolfsburg auch in der Folge nicht beschweren. Denn ihre Vorderleute vermochten es in den ersten 25 Minuten nur sehr sporadisch, den Spielfluss der Spanierinnen rechtzeitig zu unterbinden.

Umstellungen greifen nicht

Deutschland lief zwar viel - aber hauptsächlich hinter- oder nebenher. Das im Vergleich zur China-Partie (1:0) auf zwei Positionen umformierte Mittelfeld mit Lena Sophie Oberdorf (stand für die verletzte Dzsenifer Marozsan in der Startelf) und Lena Goeßling (ersetzte Melanie Leupolz) harmonierte zunächst nicht optimal. Und auch Linksverteidigerin Verena Schweers (erhielt den Vorzug vor Carolin Simon) hatte Probleme, in die Begegnung zu finden. Insgesamt hinterließ der Rekordeuropameister bis Mitte des ersten Durchgangs einen unsortierten Eindruck. Spanien war fußballerisch und taktisch reifer, giftiger in den Zweikämpfen und besaß durch Nahikari Garcia zwei sehr gute Einschussmöglichkeiten. Zunächst konnte Sara Doorsoun der Angreiferin im letzten Moment noch den Ball vom Fuß spitzeln (6.), dann vergab die 22-Jährige freistehend vor Schult überhastet (14.). Kurz darauf prüfte Silvia Meseguer die deutsche Keeperin mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (15.).

Deutsches Team

Einzelkritik - deutsche Spielerinnen überzeugen kämpferisch

Däbritz trifft zur glücklichen Halbzeit-Führung

Das DFB-Team gewann nur sehr langsam an Stabilität. In der Vorwärtsbewegung blieb bis zur Pause vieles, ja, beinahe alles, Stückwerk. Doch ein überlegter Angriff genügte, um mit einer fraglos schmeichelhaften Führung in die Kabine zu gehen. Die sehr bemühte Svenja Huth flankte präzise auf Alexandra Popp, deren Kopfball Schlussfrau Sandra Panos nicht festhalten konnte. Däbritz reagierte schneller als Marta Torrejon und sorgte aus der Nahdistanz für das 1:0 (42.).

DFB-Team steigert sich - Spanien zu eindimensional

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wechselte zu Beginn der zweiten Hälfte Klara Bühl für Rechtsverteidigerin Kathrin Hendrich ein. Und die 18-Jährige brachte viel Schwung in das bis dahin recht ausrechenbare und träge deutsche Spiel. Ihre Unbeschwertheit tat der Mannschaft gut. Der zweimalige Weltmeister trat nun insgesamt mutiger und strukturierter auf. Popp besaß in der 50. Minute per Kopf eine gute Gelegenheit, für die vermeintliche Vorentscheidung zu sorgen, fand ihre Meisterin aber in Panos. Später zielte die flinke Bühl zu unpräzise (62.), sodass die Partie weiter auf Messers Schneide stand.

Deutschlands Verteidigung agierte allerdings konzentrierter als noch im ersten Abschnitt. Spanien kam kaum einmal hinter die Viererkette der DFB-Auswahl. Das Angriffsspiel der Ibererinnen war weiter hübsch anzusehen, blieb aber eben auch eindimensional. In vorderster Front fehlte der Mannschaft von Trainer Jorge Vilda eine klassische Neun. Oder zumindest eine "Wandstürmerin", die mal in der "Box" einen Ball festmachen kann. So blieb es letztlich brotlose Kunst, die Spanien zeigte, während Deutschlands Auftritt zumindest in Abschnitt eins schwere Kost war. "Es war eine Energieleistung. Wir haben viel Glück gehabt in der Anfangsphase, da waren wir nicht drin", sagte Voss-Tecklenburg. Die Bundestrainerin titulierte den Sieg als ein "bisschen glücklich", lobte aber zugleich: "Es war in der zweiten Halbzeit viel Leidenschaft und Energie drin."

FIFA Frauen WM 2019
Deutschland : Spanien

12.06.19 18:00 Uhr, Spieltag 2 · Vorrunde, Gruppe B

Deutschland

Schult - Hendrich (46. Bühl), Hegering, Doorsoun, Gwinn - Goeßling (80. Leupolz), Däbritz, Oberdorf (64. Magull) - Huth, Popp, Schweers

1

Spanien

Panos - Torrejon, Paredes, Leon, Corredera - Meseguer (66. Guijarro), Hermoso, Torrecilla - Caldentey (59. L. Garcia), N. Garcia, Putellas (77. Bonmati)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 1:0 (1:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Valenciennes

Zuschauer

  • 20761

Schiedsrichter

  • Kateryna Monsul (Ukraine)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 14.06.2019 | 13:30 Uhr

Stand: 12.06.19 19:50 Uhr