Claus Lufen, Almuth Schult und Nia Künzer im Gespräch.

11:07 min | 03.07.2019 | Das Erste

Wo steht der deutsche Frauenfußball?

Das Ausscheiden der DFB-Elf im Viertelfinale sorgt für viele Diskussionen. Verliert Deutschland den Anschluss? Wo ist Optimierungsbedarf? Almuth Schult und Nia Künzer im Interview.

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Frauenfußball-Förderung: UEFA kleckert, China klotzt

50.000 Euro extra bekommen die Verbände in der UEFA ab dem kommenden Jahr, um den Frauenfußball weiter voranzubringen. China legt nun nach - und zwar im ganz großen Stil.

Jack Ma macht's möglich. Der Gründer eines Onlineshopping-Giganten und zweitreichster Mann Chinas hat am Freitag (5.7.19) angekündigt, in den kommenden zehn Jahren insgesamt eine Milliarde Yuan (umgerechnet 130 Millionen Euro) für den chinesischen Frauenfußball zu spenden. Das Geld soll in vielen Bereichen eingesetzt werden: Verletzungsprävention und -behandlung, die Karriere nach der Fußball-Karriere, technische Entwicklung und Trainer-Ausbildung sowie Nachwuchsarbeit. Der Fußball für Frauen und Mädchen soll so in ganz China "nachhaltiger und zugänglicher" werden.

50 Prozent Steigerung auf niedrigem Niveau

Gerade in Deutschland, wo die Zahlen von spielenden Mädchen in den Vereinen zuletzt sogar rückläufig waren, dürfte so manchem Funktionär die Kinnlade nach unten klappen. Aber auch bei der UEFA, die erst am Montag (1.7.19) - nicht ohne Stolz - verkündet hatte, die jährliche Förderung des Frauenfußballs in seinen Mitgliedsverbänden um 50.000 Euro auf 150.000 Euro anzuheben. Bei 55 Mitgliedsverbänden summiert sich das zwar immerhin auf 8,25 Millionen Euro. Angesichts des Milliardenspiels, das Fußball in Europa ist, handelt es sich dabei allerdings trotzdem nur um Peanuts.

"Potenzial kennt keine Grenzen"

"Der Frauenfußball ist der Fußball von heute - nicht von morgen. Es ist die Pflicht der UEFA, den Frauenfußball zu stärken", hatte Präsident Aleksander Ceferin erklärt und hinzugefügt: "Das Potenzial des Frauenfußballs kennt keine Grenzen." Dass diese in China so schnell verschoben würden, konnte der 51-jährige Slowene da nicht ahnen.

Mit Südafrika, Argentinien, Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Australien, Neuseeland, Japan sowie Süd- und Nordkorea gemeinsam haben zehn Nationen offiziell ihr Interesse an der Austragung der Weltmeisterschaft 2023 bei der FIFA hinterlegt. Dass die kommenden Titelkämpfe nicht wieder in Europa, das sieben von acht Viertelfinalisten in Frankreich gestellt hat, stattfinden würden, war ohnehin klar.

Deutschlands Vorrundengegner China ist in Frankreich bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Bekanntlich schießt Geld zwar keine Tore, 2023 dürfte China allerdings deutlich bessere Erfolgs-Chancen haben.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 07.07.2019 | 16:40 Uhr

Stand: 05.07.19 14:49 Uhr