Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Alexandra Popp

01:06 min | 05.06.2019 | Das Erste

Popp: "Wollen weit, weit oben mitspielen"

Alexandra Popp bestreitet in Frankreich ihre dritte Weltmeisterschaft. Die Nationalmannschafts-Kapitänin ist zuversichtlich, dass das junge Team erfolgreich abschneiden wird.

Deutsches Team

DFB-Team startet ohne "Nervenflattern" in die WM

Drei Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen China scheint von Nervosität im DFB-Team noch keine Spur. "Wir können selbstbewusst ins Turnier gehen", betont Stürmerin und Spielführerin Alexandra Popp. Co-Trainerin Britta Carlson machte deutlich, welchen Wert die erfahrene Wolfsburgerin für die junge deutsche Mannschaft hat.

Auf der Pressekonferenz-Podium im DFB-Teamhotel vor den Toren von Rennes nimmt am Mittwoch (05.06.2019) zunächst Co-Trainerin Britta Carlson leicht verspätet Platz. Als die Fußballlehrerin dann bereits seit knapp fünf Minuten Fragen der anwesenden Journalisten - auch der chinesischen Medien - beantwortet, stößt erst Alexandra Popp dazu. Entspannt lächelnd nimmt die Kapitänin des deutschen Teams Platz. Von Aufregung und Hektik: keine Spur.

Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Europameisterschaft in den Niederlanden vor zwei Jahren hat es in der DFB-Elf einen Umbruch gegeben. 15 der 23 Spielerinnen im Kader absolvieren zum ersten Mal ein WM-Turnier "bei den Großen". Nervosität bei einem Großteil des Teams wäre also nicht überraschend, doch Popp sagt, davon sei auf und neben dem Platz nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Stürmerin des VfL Wolfsburg sieht einen Vorteil darin, dass man relativ unbeschwert ins Turnier starten könne: "Wir haben keinen Druck, wollen ruhig Fußball spielen. Und das ist auch unser Plan." Die anderen Nationen hätten aufgeholt, es gebe einen größeren Favoritenkreis als früher. Dennoch habe natürlich auch das deutsche Team Ambitionen: "Wir können selbstbewusst ins Turnier gehen. Wir wollen weit kommen und vorne mitspielen."

Popp soll vorne den Unterschied machen

DFB-Nationalspielerin Alexandra Popp (l.) und Co-Trainerin Britta Carlson lächeln während einer Pressekonferenz auf dem Podium. © dpa picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

Entspannt und gut gelaunt: Alexandra Popp (l.) und Britta Carlson freuen sich, dass die WM bald losgeht.

Beendet man das Turnier als eines der drei besten europäischen Teams, ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio geschafft. "Dafür müssen wir wohl bis ins Halbfinale kommen", stellt Carlson fest - und blickt dann wieder nach rechts zur neben ihr sitzenden Popp, die für dieses Unterfangen die nötigen Tore beisteuern soll. "Wir sehen sie vorne in der Box. Ihre Präsenz vorne ist ganz, ganz wichtig für uns. Da brauchen wir sie einfach, sie bindet die Abwehrspielerinnen des Gegners", so die 41 Jahre alte Co-Trainern von Bundestrainer Martina Voss-Tecklenburg. Druck für Popp? Nein, sagt sie: "Ich bin im Moment noch sehr entspannt."

"Die wollen einfach nur spielen"

Zehn Treffer erzielte Popp 2010, als sie mit mit den DFB-Juniorinnen bei der U20-WM in Deutschland den Titel gewann - eines davon im Endspiel gegen Nigeria (2:0). Bei der Pressekonferenz erzählt sie, dass sie in diesen Tagen immer wieder einmal an den Erfolg von damals zurückdenken würde. Aus ihrer langen Karriere wisse sie, dass es "etwas Besonderes ist, eine Weltmeisterschaft zu spielen".

Für das deutsche Team gehe es in Frankreich schlicht und einfach darum, das vorhandene Potenzial abzurufen und auf den Platz zu bringen. Dass viele junge Spielerinnen dabei sind, sei von Vorteil, so die Wolfsburgerin Popp: "Die sind unbefangen, wollen einfach spielen. Mit denen rechnet glaube ich keiner, aber sie haben eine unglaubliche Qualität. Sie sind zu Recht mit dabei in Frankreich." Für sie sei es nun eine Ehre, diese Mannschaft erstmals bei einer WM als Kapitänin aufs den Platz zu führen.

An der Effizienz im Abschluss wird noch gearbeitet

Die deutsche Nationalspielerin Alexandra Popp (r.) im Spiel gegen China bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. © imago Foto: João Alvarez

Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 gewann Deutschland - mit Alexandra Popp (r.) - im Viertelfinale 1:0 gegen China.

Das erste Spiel gegen China am Samstag (08.06.2019, 15:00 Uhr, live im Ersten und auf sportschau.de) erfolgreich gestalten, dann in den beiden anderen Gruppenspielen gegen Spanien (12.6.2019) und Südafrika (17.6.2019) nachlegen. So lautet der erste WM-Teilplan im DFB-Team. Alles andere werde man auf sich zukommen lassen: "Wir wirken gefühlt schlechter, als wir es eigentlich sind. Es ist eben keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Deutschland am Ende oben steht", sagt Carlson.

Alle Spielerinnen - auch Svenja Huth nach ihrer Fußprellung - seien fit, das Team gut in Form, teilt die Co-Trainerin den Journalisten mit. Und gerichtet an die Medienvertreter aus China fügt sie noch hinzu: "Wir wissen um die Stärken des chinesischen Teams, aber wir haben einen guten Matchplan und sind gut vorbereitet."

An einer besseren Effizienz im Abschluss als zuletzt im Testspiel gegen Chile (2:0) werde in den verbleibenden Trainingseinheiten bis zum Wochenende gearbeitet. Wenn man gut vorbereitet sei, könne man auch entspannt ins Turnier gehen: "Man muss einfach sehen, wie es läuft. Aber wir wissen, was wir können." Und die 28 Jahre alte Popp ergänzt lässig: "Wenn wir es tatsächlich schaffen sollten, am Ende oben zu stehen, dann wäre das der absolute Super-GAU für uns." Ein Super-GAU im positiven Sinne, versteht sich.

Deutsches Team

Das deutsche Aufgebot für die WM in Frankreich

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 05.06.19 15:36 Uhr