Die nigerianische Fußball-Nationalspielerin Asisat Oshoala auf dem Platz. © imago images

01:43 min | 12.06.2019 | Das Erste

Nigeria - Südkorea 2:0

Nigeria hat weiter die Chance, ins Achtelfinale einzuziehen. Beim glücklichen 2:0-Sieg gegen Südkorea brachte ein umstrittenes Eigentor die Asiatinnen auf die Verliererstraße.

Nachrichten

Nigeria im Glück - "Handtor" bei Sieg gegen Südkorea

von Uli Petersen

Nigeria hat bei der Fußball-WM weiter die Chance, das Achtelfinale zu erreichen. Beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Südkorea profitierte der Afrika-Cup-Gewinner auch von einer Fehlentscheidung der Unparteiischen.

Der Fußball schreibt bekanntlich immer wieder die seltsamsten Geschichten - und macht in dieser Hinsicht auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich keine Ausnahme. Im Stade des Alpes in Grenoble lief am Mittwoch (12.06.2019) die 29. Minute in der WM-Vorrunden-Partie zwischen Südkorea und Nigeria, als die asiatische Innenverteidigerin Do-Yeon Kim einen langen Pass an der Strafraumgrenze klären wollte, dabei aber den Ball an ihrer Keeperin Min-Jung Kim vorbei ins eigene Netz lenkte.

So weit, so unglücklich, könnte man denken. Doch bis der Treffer seine Anerkennung von Schiedsrichterin Anastasia Pustovoytova aus Russland fand, vergingen mehr als drei Minuten. Der Grund war ein Handspiel von Stürmerin Desire Oparanozie, die 2013/2014 für den VfL Wolfsburg spielte. Der Videoschiedsrichter schaute sich die entscheidende Szene an, die auch von den übertragenden TV-Sendern währenddessen immer wieder vor- und zurückgespult wurde. Das offizielle Urteil verwunderte deshalb wohl nicht wenige Zuschauer: Der Treffer zählte. Referee Pustovoytova hatte auf dem Platz in der Zwischenzeit davon abgesehen, das Gespräch mit Oparanozie zu suchen. Warum, dürfte ihr Geheimnis bleiben. Seltsam auch, warum die Südkoreanerinnen den Gegentreffer ohne Proteste und fast schon demütig zur Kenntnis nahmen.

Oshoala sorgt für die Entscheidung

Die nigerianische Fußball-Nationalspielerin Asisat Oshoala auf dem Platz. © imago images

Asisat Oshoala kann mit Nigeria das WM-Achtelfinale erreichen.

Vor und nach dem umstrittenen 1:0 der "Super Falcons" hatten die Südkoreanerinnen zwar spielerische Vorteile in der ersten Halbzeit gehabt, konnten diese aber nicht in zwingende Chancen umsetzen: Von sechs Abschlüssen kam nur ein einziger bei Torhüterin Chiamaka Nnadozie an. Nach dem Seitenwechsel kamen die Asiatinnen weiter mehr schlecht als recht im letzten Drittel des Feldes zum Zug. Nigeria verteidigte im 4-3-3 sehr konzentriert, fair und vor allem: fehlerlos. So sah sich etwa Koreas So-Yun Ji versucht, einen Elfer per "Schwalbe" zu schinden (49.), dieses Mal aber entschied Referee Pustovoytova korrekt - und zückte die Gelbe Karte.

Die nächste kniffelige Entscheidung musste die Russin vor gut 11.000 Zuschauern im Stadion in der 59. Minute treffen: Geum-Min Lee stand bei ihrem vermeintlichen Tor zum Ausgleich ganz knapp im Abseits. Der Treffer zählte zu Recht nicht. Keine Zweifel gab es dann aber, als Asisat Oshoala vom FC Barcelona die Partie mit ihrem Treffer zum 2:0 in der 75. Minute entschied. Die Nigerianerinnen waren an diesem Nachmittag in Grenoble das cleverere Team, das mit wenig Ballbesitz und einer nach der Pause starken Zweikampfleistung verdient zum ersten Sieg im Turnier kam. Der fade Beigeschmack wegen des "Handtreffers" aus dem ersten Durchgang aber bleibt.

FIFA Frauen WM 2019
Nigeria : Südkorea

12.06.19 15:00 Uhr, Spieltag 2 · Vorrunde, Gruppe A

Nigeria

Nnadozie - Okeke, Ohale, Ebi, Ebere - Uchendu (65. Ayinde), Okobi, Chikwelu - Oshoala (83. Kanu), Oparanozie, Ordega (80. Imo)

2

Südkorea

Min-jung Kim - Hye-ri Kim, Hwang, Do-yeon Kim, Jang - Kang (76. So-dam Lee), Min-a Lee (56. Moon), Cho, Ji, Geum-min Lee - Jung (56. Yeo)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 2:0 (1:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Grenoble

Stadion

Zuschauer

  • 11252

Schiedsrichter

  • Anastasia Pustovoytova (Russland)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 12.06.19 16:51 Uhr