Die US-amerikanische Fußball-Nationalspielerin Alexandra "Ali" Krieger © picture alliance/AP Images

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Nach "Tritt in den Hintern": Krieger im US-Kader

Alexandra "Ali" Krieger ist vielleicht die größte Überraschung im Aufgebot der USA. Die frühere Bundesliga-Spielerin des 1. FFC Frankfurt war zwei Jahre lang nicht in den Kader berufen worden. Erst im April dieses Jahres feierte sie ihr Comeback. In Frankreich bestreitet die 34-Jährige ihre dritte WM.

Ihre dritte Weltmeisterschafts-Teilnahme schien für Alexandra "Ali" Krieger bereits in weite Ferne gerückt zu sein. Zwei Jahre lang war die Rechtsvertidigerin von Orlando Pride nicht in das Aufgebot der USA berufen worden, als sie Mitte März dieses Jahres überraschend eine Einladung für die Freundschaftsspiele gegen Australien und Belgien im April erhielt. Beim 6:0-Erfolg in Los Angeles gegen Belgien kam die frühere Bundesliga-Akteurin des 1. FFC Frankfurt dann zwar zu ihrem 99. Einsatz für ihr Heimatland. Große Chancen für eine Nominierung in den WM-Kader des Titelverteidigers wurden der 34-Jährigen deshalb aber nicht eingeräumt. Zum einen wegen ihre langen Nichtberücksichtigung. Zum anderen hatten sich in dieser Zeit andere Spielerinnen bei Nationaltrainerin Jill Ellis auf ihrer Position aufgedrängt. Doch die Übungsleiterin wollte auf die Qualitäten Kriegers, die beim Turnier 2015 in Kanada in allen sieben Partien zum Einsatz kam, auch in Frankreich nicht verzichten. Die Defensiv-Spezialistin steht im 23-köpfigen Aufgebot.

"Keine Herausforderung ist zu groß für sie"

Die US-amerikanische Fußball-Nationalspielerin Alexandra "Ali" Krieger © imago/Icon SMI

Krieger zählte beim WM-Sieg 2015 zum Stammpersonal.

Krieger zeigte sich nach der Bekanntgabe des WM-Kaders erleichtert. Die lange Zwangspause sei für sie wie ein "Tritt in den Hintern" gewesen, erklärte die 34-Jährige. Sie habe immer an ihre "kleine Chance" geglaubt: "Ich habe es nie aus den Augen verloren, bei dieser Weltmeisterschaft spielen zu dürfen." In den US-amerikanischen Fachmedien sorgte ihre Nominierung allerdings schon für etwas Verwunderung. Sie hatten damit gerechnet, dass Casey Short (Chicago Red Stars) den Vorzug vor Krieger bekommen würde. Aber die 28-Jährige fehlt überraschend ganz im Kader des Titelverteidigers. Ellis begründete ihre Entscheidung pro Krieger mit deren größeren Erfahrung: "Was ich über sie weiß ist, dass keine Herausforderung zu groß für sie sein wird."

Trainerin Ellis setzt auf Erfahrung

Krieger, die mit der ebenfalls in das US-Aufgebot berufenen Keeperin Ashlyn Harris verlobt ist (das Paar machte seine Liebe kürzlich öffentlich), ist eine von elf "Ü30"-Spielerinnen, auf die Ellis in Frankreich vertraut. Das Durchschnittsalter der Equipe beträgt 28 Jahre, was verdeutlicht, dass die Nationaltrainerin auf Erfahrung setzt. So sind neben Krieger in der 36-jährigen Carli Lloyd, Alex Morgan, Megan Rapinoe und Tobin Heath vier weitere Akteurinnen dabei, die bereits eine zweistellige Anzahl von WM-Einsätzen in ihren Biographien stehen haben. "Kücken" des Teams ist die 20-jährige Tierna Davidson. Die Verteidigerin von den Chicago Red Stars ist eine von elf Spielerinnen im Aufgebot ohne Weltmeisterschafts-Erfahrung.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 06.05.19 16:39 Uhr