Spielszene des Fußball-WM-Spiels Japan gegen Schottland: Erin Cuthbert (l.) und Hina Sugita im Zweikampf um den Ball. © dpa picture alliance/AP Images Foto: Kazuki Wakasugi

01:40 min | 14.06.2019 | Das Erste

Japan - Schottland 2:1

Mitfavorit Japan zeigte im zweiten WM-Vorrundenspiel gegen Schottland sein wahres Gesicht und gewann insgesamt verdient. Der Anschlusstreffer der Britinnen kam zu spät.

Nachrichten

Japan formverbessert, Schottland zu spät wach

von Hanno Bode

Vize-Weltmeister Japan hat nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg gegen Schottland gute Chancen auf den Achtelfinal-Einzug bei der WM in Frankreich. Die Asiatinnen wussten gegen den Außenseiter allerdings nur 45 Minuten lang zu überzeugen.

Die Japanerinnen agierten am Freitagnachmittag (14.06.19) im Roazhon Park zu Rennes von Beginn an viel leichtfüßiger und zielstrebiger als in ihrem Auftaktspiel gegen Argentinien (0:0). Die eigentlich für ihr gepflegtes Kurzpassspiel bekannten Asiatinnen streuten immer mal wieder einen langen Diagonalball in ihre Angriffe ein. Es war eine Mixtur aus dem eigentlich von Trainerin Asako Takakura bevorzugtem Tiki-Taka und der guten alten englischen Fußballschule (Hoch und weit bringt Sicherheit), die Schottland vor große Probleme stellte. Weil Kapitänin Rachel Corsie zudem offenbar mit dem falschen Fuß aufgestanden war, lag der Außenseiter zur Pause völlig verdient mit 0:2 in Rückstand. Vor Japans erstem Treffer durch Mana Iwabuchi konnte die Innenverteidigerin per Kopf nur unzureichend klären. Der Ball kam zur früheren Bundesliga-Legionärin (Hoffenheim, Bayern München), die Keeperin Lee Alexander mit einem Schuss aus 16 Metern bezwang (23.). Ganz unhaltbar sah der mittige Abschluss Iwabuschis allerdings nicht aus.

Sugasawa: Erst gefoult, dann gefeiert

Das 2:0 des Vize-Weltmeisters leitete Corsie in ihrem 111. Länderspiel mit einem überflüssigen Trikotzupfer ein. Die 29-Jährige prüfte nach einem langen Ball die Qualität des Jerseys von Yuika Sugasawa und blickte kurz darauf ganz erstaunt drein, als sie den Pfiff von Schiedsrichterin Lidya Tafesse Abebe hörte. Die Unparteiische wollte allerdings nicht mit Corsie über etwaige Verarbeitungsmängel bei Sugasawas Textil sprechen. Sie zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Die Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher (37.). Die Gesichtszüge von Trainerin Takakura, die nach dem trostlosen Remis gegen Argentinien so bedrückt war, entspannten sich. Ihre Maßnahmen (leicht modifizierter Spielstil, drei personelle Startelf-Änderungen) griffen.

Schottland steigert sich nach der Pause

Schottland blieb nach einem weitgehend enttäuschendem Auftritt in Hälfte eins eigentlich lediglich die Hoffnung, dass es nach dem Seitenwechsel nur besser werden könnte. Wurde es dann auch. Das Team von Shelley Kerr agierte im zweiten Abschnitt mutiger und zielstrebiger. Die hochveranlagte Erin Cuthbert (78./Pfosten) und Lisa Evans (84., scheiterte an Keeperin Ayaka Yamashita) besaßen schon gute Chancen zum Anschlusstreffer, bevor dieser der eingewechselten Lana Clelland kurz vor Ultimo mit einem fulminaten Geschoss unter die Latte gelang (88.). Am Ende musste sich der Außenseiter aber wie schon nach seiner Auftaktpartie gegen England (1:2) eingestehen, zu spät aufgewacht zu sein.

FIFA Frauen WM 2019
Japan : Schottland

14.06.19 15:00 Uhr, Spieltag 2 · Vorrunde, Gruppe D

Japan

Yamashita - Shimizu, Kumagai, Ichise, Sameshima - Nakajima, Miura, Sugita, Endo (66. Kobayashi) - Sugasawa, Iwabuchi (82. Hasegawa)

2

Schottland

Alexander - Smith, Corsie, Beattie, Lauder - Evans (85. Fi. Brown), Little, Weir, Arnot (60. Emslie) - Cuthbert, J. Ross (76. Clelland)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 2:1 (2:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Rennes

Stadion

Zuschauer

  • 13201

Schiedsrichter

  • Lidya Tafesse Abebe (Äthiopien)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 14.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 14.06.19 16:53 Uhr