Sportschau-Frauenfußball-Expertin Nia Künzer © imago/Huebner Foto: Hufnagel

00:35 min | 03.06.2019 | Das Erste

Expertin Künzer: "Wird ein harter Weg"

Wohin führt der Weg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der FIFA WM in Frankreich. Sportschau-Expertin Nia Künzer traut dem Team viel zu, aber einfach werde es nicht.

Deutsches Team

Ziel Olympia-Quali - so schafft's Deutschland nach Tokio

von Florian Neuhauss

Deutschland träumt vom dritten Titel bei der Frauenfußball-WM 2019. Als Ziel wurde aber die Olympia-Qualifikation ausgegeben. Doch die drei Europa-Tickets sind besonders umkämpft - zuletzt sogar mit Verlängerung.

"Weltmeisterin bin ich noch nie geworden", sagt Martina Voss-Tecklenburg und grinst breit. Den Traum vom dritten Stern hat auch die neue Bundestrainerin schon einmal laut ausgesprochen. Als Ziel aber mag den Weltmeistertitel nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der EM vor zwei Jahren in den Niederlanden niemand ausgeben. Auch wenn Deutschland als einzige Nation seit über einem Jahr in Pflichtspielen ungeschlagen ist - "MVT" und ihrem Vorgänger Horst Hrubesch sei Dank. Die Nationalmannschaft soll einen Schritt nach dem anderen machen: Der Gruppensieg - gegen Spanien, China und Südafrika - ist der erste, die Qualifikation für Tokio im kommenden Jahr ist der zweite.

"Alles drin, aber es wird ganz schwer"

Bei den Olympischen Spielen 2020 wären die deutschen Frauen nur zu gern wieder dabei. Die Erlebnisse und Bilder vom großen Triumph in Rio de Janeiro im Jahr 2016 sind noch sehr präsent. Doch der Titelverteidiger ist nicht gesetzt - und kann auch nicht einfach mit der Qualifikation planen. Durch die besondere Turnierform hat Europa nämlich nur drei Startplätze. "Unter die besten drei europäischen Nationen zu kommen, ist schwer genug. Europa hat einfach eine ganze Menge gute Teams", weiß Sportschau-Expertin Nia Künzer. "Für Deutschland ist alles drin, aber es wird ein ganz schweres Turnier."

Drittes Ticket für 2016 bei Extra-Turnier vergeben

Feier zum Olympia-Sieg der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft © imago/Eibner

Gold! Die deutsche Mannschaft feiert nach der Heimkehr in Frankfurt ihren Olympia-Sieg.

Zu den Favoriten bei der WM zählt Kapitänin Alexandra Popp nicht nur das eigene Team, sondern neben den USA auch Gastgeber Frankreich, Schweden, England und Europameister Niederlande. In Bezug auf Vorrundengegner Spanien sprechen alle von "einem Duell auf Augenhöhe". Außerdem sind aus Europa auch noch Norwegen, Italien und Schottland in Frankreich am Start.

Wichtig: Eine konkrete Platzierung muss für die Olympia-Quali nicht erreicht werden. Das führte vor vier Jahren in Kanada, wo im Finale die USA souverän gegen Japan gewann, zu einem Kuriosum. England wurde durch einen 1:0-Erfolg gegen Deutschland zwar Dritter, erhielt aber kein Ticket. Bei Olympia in Brasilien startete ein gesamt-britisches Team, lediglich die Fußballverbände bestanden traditionell auf ihrer Eigenständigkeit. So ging keine Fußballmannschaft von der Insel an den Start. Neben Deutschland qualifizierte sich somit Frankreich, das im Viertelfinale am Nachbarn gescheitert war, als zweite Nation für Rio. Und dann? In der Runde zuvor waren mit Schweden, Schweiz, Norwegen und den Niederlanden gleich vier europäische Teams "gleichzeitig" ausgeschieden. Die Entscheidung fiel bei einem extra anberaumten Turnier nach der WM, in dem sich schließlich die Schwedinnen mit zwei Siegen und einem Remis durchsetzten.

England kämpft in Frankreich für Großbritannien

In Frankreich kämpfen nun auch die Engländerinnen um ein Olympia-Ticket. Im vergangenen Jahr einigten sich England, Wales, Schottland und Nordirland darauf, in Tokio zumindest ein gemeinsames Frauenteam aufzubieten und nominierten England als ausschlaggebende Nation. Käme England unter die besten drei europäischen Teams, wäre GB also in Japan 2020 dabei. Das Abschneiden Schottlands spielt dafür keine Rolle.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 24.05.19 09:56 Uhr