Sara Däbritz (l.) und Melanie Leupolz bei der DFB-Pressekonferenz in Rennes. © ARD Foto: ARD

01:16 min | 04.06.2019 | Das Erste

Leupolz: "Wir haben eine Supermannschaft"

Nationalspielerin Melanie Leupolz blickt sehr zuversichtlich auf das WM-Tunier in Frankreich. Gemeinsam mit Zimmerkollegin Sara Däbritz gibt sie den jungen Spielerinnen Orientierung.

Deutsches Team

Leupolz und Däbritz: "Titel wäre Riesentraum"

von Florian Neuhauss aus Rennes

Auf sie kommt es bei der WM-Mission in Frankreich besonders an: Sara Däbritz und Melanie Leupolz bilden bei den DFB-Frauen das zentrale Mittelfeld und fiebern dem Start gegen China entgegen.

Das Quartier der DFB-Frauen vor den Toren Rennes' ist fast schon zu idyllisch gelegen. Am Abend veranstalteten die quakenden Frösche im See hinter dem Haus ein Konzert. Melanie Leupolz und Sara Däbritz, die zusammen ein Zimmer bewohnen, ließen sich aber nicht stören. "Ich benutze Oropax und habe gut geschlafen", erklärte Leupolz lachend. Ausgeschlafen und gut gelaunt, nahmen die deutschen Fußballerinnen am Dienstagmorgen (4.6.19) in Frankreich das Training auf. Zwei Einheiten hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am ersten Tag nach der Ankunft angesetzt - und arbeitet mit einer hochmotivierten Mannschaft. "Die Vorfreude ist riesengroß und wir haben als Mannschaft Megaspaß", sagte Däbritz. "MVT" kann beinahe aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Svenja Huth, die einen Schlag auf den Fuß bekam und mit dem Mannschaftstraining aussetzte, sind alle Spielerinnen einsatzbereit. Es bleiben drei Trainingstage, bevor am Samstag (8.6.2019/15 Uhr) gegen China in Rennes das erste Gruppenspiel angeht.

Junges Duo mit viel Erfahrung

Auf den beiden Mittelfeldspielerinnen von Vizemeister Bayern München lastet beim ersten Turnier unter Voss-Tecklenburg eine größere Verantwortung als bei vorigen Titelkämpfen. Mit 24 und 25 Jahren gehört das Duo schon zu den erfahrenen Kräften im Kader. "Beim Jung gegen Alt spielen wir aber noch bei den jungen", betonte Leupolz zwar grinsend, aber auch sie weiß: "Wir haben mittlerweile viel Erfahrung gesammelt und sind so auch Ansprechpartner für jüngere Spielerinnen."

Beide betonten die gute Mischung in der Mannschaft, die sich zusammen mit dem neuen Trainerteam sehr schnell gefunden habe. "Die jungen Spielerinnen bringen einen frischen Wind rein", hat Däbritz erkannt. "Wir wollen unsere Erfahrungen einbringen und Verantwortung übernehmen."

Generalproben-Gegner Chile bewusst gewählt

Dürfen die beiden das gegen China von Anfang an? "Wir haben in den vergangenen Spielen ein gutes Gefühl bekommen und würden uns natürlich freuen. Aber die Aufstellung ist noch nicht bekannt", meinte Leupolz. Nachdem "MVT" schon bei ihrem ersten Länderspiel als Bundestrainerin auf Leupolz und Däbritz in der Mittelfeldzentrale vertraute und das Duo auch bei der Generalprobe gegen Chile - das dem ersten Gruppengegner spielerisch sehr ähnlich sein soll - von Beginn an auf das Feld schickte, ist davon auszugehen, dass sie gegen China in der Startelf stehen werden.

Defensiv strategisch - offensiv mit Freiheiten

Wie im Verein soll das Duo auch bei den DFB-Frauen das Spiel aus der Zentrale ordnen und für die so wichtigen Umschaltbewegungen sorgen. Unter der Bundestrainerin müssen gerade die Akteurinnen im Zentrum immer wach und ständig in Bewegung sein. "Das Spiel lenken und den Rhythmus bestimmen", fasste Leupolz ihre Aufgaben auf der Sechs zusammen. Passivität ist, auch wenn der Ball mal nicht in der Nähe ist, unter Voss-Tecklenburg strikt verboten. Däbritz ergänzte: "Es gilt, strategisch zu denken. Aber offensiv haben wir auch Freiheiten, um kreativ zu sein."

"Paris Saint-Germain? Fokus voll auf WM"

Däbritz wechselt nach der WM zu Paris Saint-Germain. "Ich muss noch an meinem Französisch arbeiten, und ich kann hier schon mal Luft schnuppern", sagte die 24-Jährige. "Der Fokus liegt allerdings jetzt voll auf der WM." Und zunächst auf China. Dem Start komme eine besondere Bedeutung zu. "Wir wollen mit Schwung ins Turnier starten - und dann megaweit kommen." Nachdem das Team "positiv aus der Talfahrt der vergangenen Jahre" samt Viertelfinal-Aus bei der EM vor zwei Jahren rausgekommen sei, wie Leupolz betonte, blicke das Team nur noch nach vorne: "Der Titel wäre ein Riesentraum."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 04.06.19 16:55 Uhr