Mehrere jubelnde deutsche Fußball-Nationalspielerinnen nach dem Sieg bei einem Spiel der WM in Frankreich. © dpa picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

02:54 min | 23.06.2019 | Das Erste

Sieg gegen Nigeria war der nächste WM-Baustein

Beim Achtelfinal-Erfolg gegen Nigeria war längst nicht alles perfekt, aber die Richtung stimmt. Die DFB-Spielerinnen nahmen auch zu den Videoschiedsrichter-Entscheidungen Stellung.

Deutsches Team

Schweers/Bühl - das WM-Überraschungszimmer

von Florian Neuhauss aus Rennes

Verena Schweers und Klara Bühl teilen sich bei der WM in Frankreich ein Zimmer. Die eine bestreitet ihr vielleicht letztes großes Turnier, die andere ihr erstes - und beide spielen viel.

Die deutschen Nationalspielerinnen Verena Schweers (l.) und Klara Bühl © sportschau.de

Bei der WM haben Klara Bühl (r.) und Verena Schweers überraschend viel Einsatzzeit.

Die WM begann für Verena Schweers und Klara Bühl auf der Ersatzbank. Die 90 Minuten gegen China verfolgten die Defensivspielerin von Bayern München und die Stürmerin des SC Freiburg als Zuschauerinnen. Angesichts des starken Kaders und besonders der Konkurrenz auf ihren Positionen keine Überraschung. Doch das war nur eine Momentaufnahme. Seitdem kamen beide nämlich in jeder Partie zum Einsatz. "Ich weiß, dass ich noch besser spielen kann. In der Defensive mache ich es ganz gut, ich lasse wenig über die linke Seite zu", sagte die 30-jährige Schweers sportschau.de. "Aber offensiv kann ich noch mehr, und da kann man mich auch noch mehr einbinden." Für die zwölf Jahre jüngere Bühl ist allein die Einsatzzeit bereits beachtlich: "Das freut mich schon sehr." Doch besonders mit ihrer Leistung als Jokerin gegen Spanien hat sie viel Aufmerksamkeit erregt.

Ungleiches Duo bildet in Frankreich eine "WM-WG"

Das ungleiche Duo teilt sich in Frankreich ein Zimmer. "Eigentlich war ich zuletzt immer mit Sid Lohmann zusammen, aber die ist ja nicht dabei - und dann hat mich Klara gefragt", berichtete Schweers, die Bühl zuvor nur als Gegenspielerin kannte. "Ich habe sie bewusst ausgesucht, weil sie so viel Erfahrung hat. Und wir verstehen uns echt gut", freute sich Bühl.

Bei Instagram lassen die beiden ihre Fans am "WG-Leben" teilhaben. In der Mittagspause stehen des Öfteren Rennen bei "Mario Kart" an der Konsole an. "Das sind Duelle auf Augenhöhe", betonte die Teenagerin lachend. Abends wird dann schon mal der Würfelbecher ausgepackt. Sogar in Sachen Musik finden die beiden eine gemeinsame Wellenlänge. "Auch wenn Klara einige Hits aus den 90ern oder Oldies noch nicht kannte." Was wiederum kein Wunder ist - Bühl wurde erst am 7. Dezember 2000 geboren und ist damit nach Lena Oberdorf die zweitjüngste Spielerin im WM-Kader.

Als Gegenerinnen kennen und schätzen gelernt

Die Fußballspielerinnen Klara Bühl (M.) und Verena Schweers beim Zweikampf während eines Bundesligaspiels. © dpa picture alliance/foto2press Foto: Sven Leifer

In der Bundesliga treffen Klara Bühl (M.) und Verena Schweers als Gegnerinnen aufeinander.

Beide kommen aus Südbaden und beide haben ihre ersten Schritte beim SC Freiburg gemacht. "Für meine Entwicklung war das genau der richtige Verein", weiß Schweers, die damals noch als Verena Faißt die Linie rauf- und runterrannte. Über den VfL Wolfsburg landete sie 2016 beim FC Bayern. Im selben Jahr lief Bühl erstmals für den SCF in der Bundesliga auf - und Schweers lernte sie als Gegenspielerin kennen und schätzen: "Klara ist schnell und frech." Das Lob gibt die Jüngere gern zurück: "Verena ist auch unheimlich schnell - sogar noch schneller als ich. Im Zweikampf ist sie gefühlt immer einen Schritt voraus. Sie steht einem immer auf den Füßen."

Bühl am Anfang - Schweers "noch ein, zwei Jahre"

Während Bühl gerade ihr erstes großes Turnier spielt, könnte es für Schweers das letzte sein. Nach ihrer Hochzeit und mit nun über 30 Jahren rückt die Familienplanung mehr in den Fokus. "Da kann jeder eins und eins zusammenzählen", meinte die Wahl-Münchnerin. Ein oder auch zwei Jahre sollen es aber schon noch sein. Bühl findet's gut, zumal "man ihr das Alter überhaupt nicht anmerkt".

Im kommenden Jahr wollen die DFB-Frauen bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein, auch die EM 2021 in England, wo der Frauenfußball gerade boomt wie nie zuvor, könnte noch mal reizen. Gerade zählt aber ohnehin nur die WM in Frankreich - und beide sind noch für die eine oder andere Überraschung gut.

Deutsches Team

Das deutsche Aufgebot für die WM in Frankreich

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 23.06.2019 | 17:00 Uhr

Stand: 24.06.19 17:02 Uhr