Auf einer Straße der Blick zum Trumphbogen von Montpellier. © ARD

01:30 min | 14.06.2019 | Das Erste | Autor/in: Blumensaat, Inka

Vom Triumphbogen zum dritten Sieg fürs DFB-Team?

Erst Gemütlichkeit, dann volle Konzentration auf die nächte WM-Herausforderung: Die deutschen Fußballfrauen bereiten sich in Montpellier auf das Südafrika-Spiel vor.

Deutsches Team

Auf der Suche nach WM-Stimmung in Montpellier

von Florian Neuhauss aus Montpellier

Mit dem dritten Gruppenspiel endet für die DFB-Frauen am Montag (17.6.19, 18:00 Uhr, live im Ersten und auf sportschau.de) gegen Südafrika die Vorrunde. Aber auch in Montpellier kommt außerhalb des Stadions keine WM-Stimmung auf.

Die FIFA Fan Experience in Montpellier © sportschau.de Foto: Florian Neuhauss

Der Andrang bei der "FIFA Fan Experience" in Montpellier hält sich in Grenzen.

Ein Tischkicker, eine Torwand, ein Aufsteller, durch den man für Fotos seinen Kopf stecken kann, dazu eine riesige Dartscheibe und ein Kegelspiel, beides mit Luft gefüllt, sodass man mit einem Ball darauf schießen kann. Fertig ist die "FIFA Fan Experience", die der Weltverband anlässlich der Titelkämpfe in Frankreich in den Spielorten aufbaut. Doch an diesem Samstagvormittag herrscht gähnende Leere auf dem Areal am Ende der Allée Paul Boulet in der Innenstadt von Montpellier. Auch eine fünfköpfige Familie geht am Eingang vorbei. "Mama, gehen wir da rein?", fragt eine der beiden Töchter. "Nein, kommt jetzt", antwortet die Mutter. So recht WM-Stimmung will in Frankreich auch nach dem Ende der ersten Turnier-Woche abseits der Begeisterung um die Gastgeberinnen noch nicht aufkommen.

Zumindest die Temperaturen sind höher

Seit Donnerstag logieren die DFB-Frauen in Montpellier. "Wir haben uns alle drauf gefreut, dass uns hier wärmere Temperaturen erwarten, und wir genießen das jetzt erst mal", sagte Vize-Kapitänin Svenja Huth bei der Ankunft. "Es ist angenehm, mal aus dem Hotel rauszukommen und einen Kaffee trinken zu gehen", meinte ihre Mitspielerin Sara Doorsoun mit Blick auf das mediterrane Flair, und Marina Hegering freute sich, dass die Stadt mit vielen WM-Fahnen geschmückt ist und das Team so willkommen geheißen wurde.

"Allez les Bleues"-Rufe beim deutschen Spiel

In Rennes war das noch anders gewesen. Zwar gab es bei der Ankunft vor den Toren der Hauptstadt der Bretagne beim Hotel in Bruz einen Empfang von Schulkindern aus der Nähe, die auch zum öffentlichen Training kamen, um sich Autogramme zu holen. Doch im Spielort wies zunächst nichts auf das Spiel des deutschen Teams gegen China in fünf Tagen hin. Es dauerte noch ein wenig länger, bis Transporter durch Rennes rollten, in denen die Werbe-Banner der FIFA in die Stadt gebracht wurden. Dass das Stadion beim Spiel dann halbleer blieb, durfte niemanden überraschen - vor allem nicht die Veranstalter. So blieben vor allem "Allez les Bleues"-Rufe von den Rängen im Ohr. Frankreich hatte am Vorabend einen starken Start ins Turnier hingelegt.

Konzept der Fanmeile ist fragwürdig

Das Spiel in Valenciennes machten viele deutsche Fans, aber auch Freunde und Familienmitglieder zu einem Heimspiel für die DFB-Frauen. "Die Kulisse im Stadion war super. Es hat einfach Spaß gemacht, vor so vielen Fans zu spielen", betonte Sara Däbritz. Mehr als 20.000 Zuschauer hatten bisher nur wenige WM-Spiele zu bieten. Doch das Hotel des DFB-Trosses war gar nicht vor Ort, sondern im gut 50 Kilometer entfernten Lille. Von WM-Stimmung außerhalb des Stadions war erneut nichts zu spüren.

Nun also Montpellier - wo die Temperaturen wirklich höher als im Norden sind. Die Sonne hat sich allerdings noch nicht so oft gezeigt. Vielleicht wollen auch deshalb nicht so viele diese besondere "Erfahrung" auf der Fanmeile genießen. Das Konzept ist allerdings auch fragwürdig. Die Anlage wird jedes Mal neu aufgebaut und hat bestimmte Öffnungszeiten. An diesem Samstag zum Beispiel nur von 10 bis 14 Uhr. Tags zuvor war ganz geschlossen. Und im Public Viewing gibt es nur ausgewählte Spiele zu sehen. Da den Überblick zu bewahren, ist gar nicht so einfach.

Montpellier ist eine Fußball-Stadt

Bei ihren Spaziergängen durch die Stadt werden die DFB-Frauen in ihren Mannschafts-Outfits aber zumindest ab und an erkannt und angesprochen. Montpellier ist eine Fußball-Stadt. Die Männer des ortsansässigen Erstligisten HSC wurden in der vergangenen Saison Erstliga-Sechster, die Frauen sogar Dritte. Und ins Stadion gehen sie auch. Beim Duell Brasilien gegen Australien - viel weiter könnten die Nationen nicht vom Spielort entfernt sein - waren 17.000 Zuschauer im Stade de la Mosson. Die DFB-Frauen müssen wohl keine Sorgen haben, dass wie in Rennes nur wenige Fans ins Stadion kommen. Dass die "FIFA Fan Experience" leer bleibt, kann ihnen hingegen herzlich egal sein.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 14.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 15.06.19 16:00 Uhr