Die deutsche Nationalspielerin Alexandra Popp

02:52 min | 03.06.2019 | Das Erste | Autor/in: Inka Blumensaat

Alexandra Popp freut sich auf ihre dritte WM

Die FIFA Frauen WM in Frankreich 2019 geht Alexandra Popp selbstbewusst an. Die deutsche Nationalspielerin ist zum dritten Mal bei den Titelkämpfen dabei, das erste Mal als Kapitänin.

Porträt

Alex Popp: Zur "Leitwölfin" des DFB-Teams gereift

von Florian Neuhauss

Auf Vereinsebene hat Alexandra Popp alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt - mehrmals. Mit dem Adler auf der Brust hat die Stürmerin vom VfL Wolfsburg aber noch Nachholbedarf.

Wie groß das Standing von Alexandra Popp mittlerweile ist, verdeutlicht eine Anekdote aus dem vergangenen Jahr. Da postete die 28-Jährige in einem ihrer Social-Media-Kanäle ein Ultraschall-Bild. Die Vermutung lag nahe, dass die Stürmerin des VfL Wolfsburg bald eine längere Pause einlegen müsste. Bei ihrem Klub schrillten sofort die Alarmglocken, wie sollten die "Wölfinnen" ihre Anführerin nur so schnell ersetzen? Doch Popp und ihr Freund hatten sich nur einen Spaß erlaubt. Das Foto war zwar echt, zeigte aber kein Popp-Baby, sondern einen Hundewelpen, auf den sich das Paar sehr freute. "Da haben einige sofort nachgefragt, was denn da los sei - und wir haben herrlich gelacht", erzählte die Spielerin, die sich nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung zur Tierpflegerin mittlerweile beruflich ganz auf den Fußball konzentriert.

Titelhamster mit VfL, mit DFB "nur" einmal Gold

Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg beißt auf die olympische Goldmedaille. © Witters

Mit Deutschland holte Popp 2016 in Rio Olympia-Gold.

Fünf deutsche Meisterschaften, sechs DFB-Pokalsiege und zwei Titel in der Champions League - seit die blonde 1,74-Meter-Frau, die immer für einen Spaß zu haben ist, in Wolfsburg spielt, sind die Wolfsburgerinnen in Deutschland das Maß der Dinge. Das hat nicht nur mit Popp zu tun, dafür tummeln sich zu viele (internationale) Stars am Mittellandkanal, aber eben auch. Dass sie kürzlich das Angebot des Vereins annahm und ihren Vertrag bis 2022 verlängerte, zeugt von der gegenseitigen Wertschätzung.

Die Nationalmannschaftskarriere der gebürtigen Wittenerin, die nach den Titeln bei der U17-EM 2008 und der U20-WM 2010 mittlerweile seit neun Jahren zum deutschen A-Kader gehört, fällt dagegen deutlich ab. Da ist der absolute Höhepunkt mit dem Olympiasieg 2016 - ansonsten sind zwei Erfolge beim Algarve Cup notiert.

Verletzungen lassen Fußballerin menschlich reifen

Weitere Informationen

An fehlendem Einsatz der Stürmerin des VfL liegt das allerdings ganz sicher nicht. Im Halbfinale der WM 2015 gegen die USA (0:2) ließ sich Popp eine Platzwunde am Kopf noch auf dem Feld tackern. Im Duell um Platz drei gegen England (0:1) spielte sie dann mit Schutzhelm - und hatte über die am Ende erfolglose Jagd nach einer Medaille gar nicht richtig mitbekommen, dass sie sich wohl schon in der Vorrunde einen Meniskuseinriss zugezogen hatte. Die EM 2013 hatte sie einst ganz verletzt verpasst, weil sie im Champions-League-Finale mit den "Wölfinnen" gegen Lyon (1:0) trotz Bänderriss im Sprunggelenk zu Ende gespielt hatte.

Nicht zuletzt ihre Verletzungen haben die Fußballerin allerdings auch als Mensch reifen lassen. "Die Pausen haben mich sehr geprägt, aber auch gestärkt. Ich höre mehr auf meinen Körper, bin verantwortungsbewusster", sagte Popp.

Kapitänin "riesige Ehre, aber große Verantwortung"

Mittlerweile schlagen 95 Einsätze und 45 Tore im DFB-Trikot zu Buche. Das Team führt sie bei ihrer dritten WM erstmals als Kapitänin zu einem großen Turnier - und hofft auf ihren ersten Titel. "Ich liebe es, wie sie eine Mannschaft mitreißen kann", meinte ARD-Frauenfußball-Expertin Nia Künzer. "Sie ist als Leader unheimlich wichtig." Popps Vorgängerin Dzsenifer Marozsán hatte die neue Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg darum gebeten, die Binde der Spielführerin künftig nicht mehr tragen zu müssen. Das Amt hatte nicht so recht zur introvertierten Spielmacherin gepasst. Ganz anders Popp: "Ich freue mich sehr, und es ist eine riesige Ehre, diese Mannschaft als Spielführerin anzuführen. Mir ist auch klar, welch große Verantwortung damit einhergeht, aber der stelle ich mich gerne. Ich werde so, wie ich es immer versucht habe, alles für das Team tun und vorneweggehen."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 08.06.2019 | 16:00 Uhr

Stand: 01.06.19 10:43 Uhr