Die Nationaltorhüterinnen Almuth Schult (l.) und Nadine Angerer © imago/Hartenfelser Foto: Hartenfelser

Tor

Almuth Schult: Die Thronfolgerin

Die Wolfsburgerin Almuth Schult ist mit 1,80 Meter die Größte im Team von Silvia Neid. Nach der Weltmeisterschaft wird sie Nadine Angerer als Nummer eins beerben.

Der Zufall verhalf ihr zum Platz zwischen den Pfosten, dank ihres Ehrgeizes und ihrer Zielstrebigkeit wird Almuth Schult Nadine Angerer nach der WM in Kanada als Nummer eins im Tor des Nationalteams beerben. Beim VfL Wolfsburg ist "Alma" seit 2013 unumstrittene Stammkeeperin. Von ihren körperlichen Voraussetzungen her ist sie schon die Größte: Mit 1,80 Meter überragt die 24-Jährige alle anderen im DFB-Team.

Schult will mit Wolfsburg Titel gewinnen

Steckbrief Almuth Schult

Position: Tor
Trikotnummer: 12
Verein: VfL Wolfsburg
geboren am: 9. 2. 1991 in Dannenberg
Größe: 180 cm
Gewicht: 71 kg
Länderspiele: 20
Länderspieltore: 0
Länderspiel-Debüt: 15. Februar 2012 in Izmir gegen die Türkei (5:0)
größte Erfolge im Nationalteam: Europameisterin 2013, U20-Weltmeisterin

Schult stammt aus Niedersachsen und wollte von ihrem Heimatverein, dem FC Samtgemeinde Gartow im Wendland, eigentlich direkt nach Wolfsburg wechseln. Doch als sie mit 15 Jahren beim VfL vorspielte, wurde sie postwendend wieder nach Hause geschickt. So nahm sie 2008 zunächst den Umweg über den Hamburger SV und ging ein Jahr später zum Magdeburger FFC in die Regionalliga. Als sie mit der U20-Auswahl 2010 in Deutschland den WM-Titel gewann, wurden größere Vereine auf sie aufmerksam. 2011 wechselte sie nach Bad Neuenahr, zwei Jahre später zum VfL Wolfsburg. Mit den Niedersächsinnen gewann die 24-Jährige gleich in ihrer ersten Saison das Triple. In der darauffolgenden Spielzeit stellte die Schlussfrau einen Bundesliga-Rekord auf, als sie 1.051 Minuten ohne Gegentor blieb. Schult hat ihre Stärken vor allem bei hohen Bällen, kann ein Spiel gut lesen und gibt ihren Vorderleuten klare Anweisungen.

Held oder Depp - das fasziniert sie

Dass aus Schult eine Torhüterin wurde, ist reiner Zufall. Sie spielte früher mit Jungs zusammen, und als der angestammte Torwart fortzog, testete der Trainer alle Feldspieler, um einen Nachfolger zu finden. Die Wahl fiel auf das Mädchen, dem es auf diesem exponierten Platz immer besser gefiel. "Die Spanne zwischen gut und schlecht, zwischen Held und Depp, die macht es aus. Das ist das Faszinierende", sagt die Sportstudentin.

Zum Einstand gleich ein Pflichtspiel

Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland war Schult noch die Nummer drei hinter Angerer und Ursula Holl. Letztere beendete anschließend ihre Nationalmannschaftskarriere, Schult rückte in der Hierarchie auf. Sie machte der routinierten Angerer richtig Druck. Als "Natze" Anfang 2012 verletzt ausfiel, kam die 24-Jährige zum Zuge. Sie war die erste DFB-Torhüterin überhaupt, die bei ihrem Debüt gleich ein Pflichtspiel bestreiten musste. Deutschland gewann das EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei in Izmir im Februar 2012 mit 5:0. Und auch in den ersten drei Partien beim Algarve Cup blieb Schult ohne Gegentor. Ein Einstand nach Maß.

Fan von Bratwurst und Sauerkraut

Mitspielerinnen schätzen die Torhüterin, weil sie nicht nur auf dem Spielfeld selbstbewusst auftritt und immer ihre Meinung sagt. Eine leidenschaftliche Abneigung hat Schult gegen Tütensuppen und -soßen. Sie ist ein Fan von Bratwurst und Sauerkraut und kocht leidenschaftlich gern selbst - am liebsten Chili con Carne, "richtig schön scharf".

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 04.07.2015, 21.45 Uhr 

Stand: 01.06.15 10:00 Uhr