Carli Lloyd jubelt mit ihrem Team © picture alliance / landov Fotograf: Wang Lili

Endspiel

US-Team feiert - Obama lädt ins Weiße Haus

von Florian Neuhauss, sportschau.de

Die USA sind Rekordweltmeister, die Frauenfußball-Welt verneigt sich. Kapitänin und dreifache Finaltorschützin Carli Lloyd bleibt trotzdem ganz cool, als sich US-Präsident Barack Obama meldet.

Es war der #titeltraum des deutschen Teams, der dritte Stern für das Trikot sollte her. Doch Rekordweltmeister ist jetzt die USA. Nach 1991 und 1999 sicherten sich die Vereinigten Staaten ihren dritten Titel. Nicht zuletzt dank der überragenden Carli Lloyd, die ihr Team schon im Halbfinale gegen Deutschland auf die Siegerstraße geschossen hatte. Im Endspiel gegen Japan gelangen der Kapitänin ihre Turnier-Treffer vier, fünf und sechs. Nicht von ungefähr wurde die 32-Jährige zur besten Spielerin der WM in Kanada gewählt. Und Lob gab es von höchster Stelle. "Was für ein Sieg für Team USA! Großartiges Spiel, Carli Lloyd! Das Land ist so stolz auf euch alle", twitterte US-Präsident Barack Obama und fügte noch an: "Kommt schnell mit dem World Cup im Weißen Haus vorbei." Auf eine Antwort musste allerdings selbst der erste Mann im Staate einige Stunden warten. Erst als die große WM-Party der US-Girls es zuließ, twitterte Lloyd zurück: "Danke, Mr. President! Wir sehen uns bald im Weißen Haus."

Finale nach 16 Minuten entschieden

Das Finale war eigentlich schon vorbei, bevor es wirklich angefangen hatte. In der 16. Minute erzielte Lloyd bereits ihr drittes Tor. Weil kurz zuvor auch Lauren Holiday getroffen hatte, war das Spiel praktisch entschieden, der Titel den Amerikanerinnen nicht mehr zu nehmen. "Ich bin so unglaublich stolz auf die Mannschaft. Wir haben es geschafft", schrieb Lloyd. "Nach Jahren mit Blut, Schweiß und Tränen sind wir Weltmeister", jubelte ihre Mitspielerin Heather O'Reilly, während Alex Morgan den Triumph als einen für die Ewigkeit einordnete: "Heute sind wir Weltmeister und wir werden immer Weltmeister sein." Und Sydney Leroux Dwyer schrieb bei Twitter: "Besser geht es nicht."

Die ganze Welt zollt Respekt

Glückwünsche gab es von überall auf der Welt und auch von vielen Konkurrenten des Turniers. Annike Krahn war sich sicher: "Sie haben sich diese Weltmeisterschaft verdient." Auch Nadine Angerer gratulierte bereits kurz nach dem Abpiff: "Der Titel ist mehr als verdient." Für ihre Mitspielerinnen in Portland, Alex Morgan und Tobin Heath, freute sich die DFB-Kapitänin besonders. Nach ihrem letzten Länderspiel ist die Torfrau schon wieder zu ihrem US-Club zurückgekehrt. Doch nicht nur das deutsche Lager, auch die Costa Ricanerinnen, die Kanadierinnen, die Schwedinnen und viele mehr zollten Respekt.

"Japan, ihr seid großartig gewesen"

Bei der Jubelarie vergaß die Kanadierin Emily Zurrer auch die Verliererinnen nicht: "Japan, ihr seid einfach großartig gewesen bei diesem Turnier." Die Asiatinnen hatten als eines von nur zwei Teams alle drei Vorrundenpartien gewonnen (die USA waren gegen Schweden nicht über ein 0:0 hinausgekommen). Zwar waren die insgesamt sechs Siege allesamt knapp, mit stets nur einem Tor Unterschied besiegte Japan auch die Niederlande, Australien und dann in der Vorschlussrunde England. Der Weltmeister von 2011 schien sich aber perfekt auf jeden seiner Gegner eingestellt zu haben - und wurde doch im Endspiel überrollt. Trotzdem fand die Wolfsburgerin Yuki Ogimi, die im Finale zum 1:4 getroffen hatte, hinterher versöhnliche Worte für ihre Mitspielerinnen: "Danke für alles... Ich bin stolz auf dieses Team."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 04.07.2015, 21.45 Uhr 

Stand: 06.07.15 11:23 Uhr